Schule ohne Leistungsdruck

Bezogen auf den Artikel „Psychische Fettpolster aufgebraucht“ aus der WAZ vom 16.02.2021

Wenn ein Psychologe bereits empfiehlt, die Schulsachen mal zu lassen, „wenn das Kind nicht mehr kann“, dann ist es vor allem in Zeiten der Pandemie und des Heimunterrichts sicher ein guter Vorschlag. Ich fürchte nur, dass das allein kaum ausreicht, um dauerhaft eine stressfreie Lernumgebung für unsere Kinder und Jugendlichen zu schaffen. “Schon vor der Pandemie litten viele unter großem Stress, bedingt durch ein Schulsystem, welches durch einen Leistungswettbewerb geprägt ist”, erläutert Julien Krasniqi.

Ein auf Leistungsdruck basiertes Schulsystem, bei dem es oft nur darum geht in der nächsten Klausur eine gute Note zu schreiben, erlaubt es eigentlich nicht, die Schulsachen mal sein zu lassen, auch wenn es für die psychische Gesundheit besser wäre. Um das grundlegend zu ändern, wäre ein Umbau des Schulsystems notwendig. Einen möglichen ersten Schritt hat die Linksjugend Oberhausen vor einigen Wochen in einer kleinen Online-Kampagne präsentiert: Weg mit den Abschlussprüfungen. “Denn gerade die Erwartung an einem speziellen Tag unbedingt volle Leistung zu erbringen, um den angestrebten Abschluss zu schaffen, sorgt für immensen Stress und im schlimmsten Fall zum sogenannten Bulimielernen”, fügt Hannah Beutling hinzu.

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