Solidarische Lockerungen statt Öffnungswahnsinn!

Es mehren sich Berichte darüber, dass in diesem Sommer wieder tausende Menschen in Stadien, auf Festivals und Co. besuchen können. Wir gönnen zwar den Kunst- und Kulturschaffenden die Möglichkeit wieder ihr tägliches Brot zu verdienen, doch solange noch kein geordneter Alltag für die meisten Menschen möglich ist, bleiben die aktuellen Lockerungen unsolidarisch.
Während jene, die sich die Tickets leisten können, sich wieder auf

Massenveranstaltungen tummeln, sitzen andere weiter Zuhause.
Studierende können meistens weder in eine Präsenzvorlesung noch in Kleingruppen in Labore und Werkstätten. Das ist gerade für Studierende in Technik und Naturwissenschaft desaströs. Wir bilden gerade Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen ohne Praxiserfahrung aus. Für einen Wirtschaftsstandort, der so sehr vom Technologieexport lebt, wie Deutschland, wird dies langfristig massive Folgen – nicht nur für Unternehmen, sondern vor allem für die Beschäftigten – haben.
Jugendliche sind zwar wieder in der Schule, doch private Treffen sind vielerorts noch auf 2 Haushalte beschränkt. Treffen in Jugendzentren und anderen Begegnungsstätten dürfen häufig nur in kleinen, festen Gruppen stattfinden. Die Freizeitgestaltung wird dadurch natürlich erschwert. Dabei birgt ein Jugendzentrum mit 20 getesteten Besucher*innen, am besten in Außenbereichen, ein kleineres Risiko als riesige Stadionbesuche.
Dies sind nur zwei Beispiele. Es gibt sicher noch mehr.
Natürlich kann unmöglich alles auf einmal geöffnet und gelockert werden. Aus diesem Grund brauchen wir einen Plan, der so vielen wie möglich zumindest kleine Fortschritte garantiert, bevor wenige die Gelegenheit haben Massenveranstaltungen zu besuchen
Deshalb fordern wir: solidarische Lockerungen. Das bedeutet für uns:
• Lockerungen, die die psychischen Auswirkungen am ehesten noch abfedern können, sollen der Wirtschaft vorgezogen werden.
• Wir brauchen Lockerungen, die gute Bildung ermöglichen.
• Jugend braucht Freiräume. Deshalb sollte Jugendarbeit ebenfalls Vorrang genießen.
• Impfpatente aufheben. Das bedeutet auch zu lockern, denn die Pandemie ist erst vorbei, wenn sie überall vorbei ist.
• Wenn die Infektionszahlen wieder stark ansteigen, muss schneller gehandelt werden, als im letzten Jahr, um einen erneuten Dauerlockdown zu verhindern.

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